Damit Sie sich ein Bild machen können sind hier einige Informationen über tiergestützte Therapie, deren Vorteile und Einsatzfelder.

„Unter tiergestützter Therapie versteht man alle Maßnahmen, bei denen durch den gezielten Einsatz eines Tieres positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen erzielt werden sollen. Das gilt für körperliche, wie für seelische Erkrankungen. Das Therapiepaar Mensch/Tier fungiert hierbei als Einheit. Als therapeutische Elemente werden dabei emotionale Nähe, Wärme und unbedingte Anerkennung durch das Tier angesehen. Zusätzlich werden auch verschiedene Techniken aus den Bereichen der Kommunikation, Interaktion, der basalen Stimulation und der Lernpsychologie eingesetzt.“
(Dr. Gatterer, Psychologe am Geriatriezentrum Wienerwald und langjähriges Vorstandsmitglied von TAT Wien)

Es hat sich gezeigt, dass in allen Fachbereichen durch unterstützende Tätigkeit der Therapiehunde-Teams wesentliche Faktoren auf Verhalten und Reaktion der betreuten Menschen entscheidenden Einfluss hatten. Diese Faktoren sind ua:

  • Menschen öffneten sich leichter und wurden zugänglicher für die unterschiedlichsten Maßnahmen und Therapieformen
  • Motivation intensivierte sich deutlich, auf die verschiedenen Angebote einzugehen und Hilfsmittel zu akzeptieren, sich zu beteiligen und aktiv zu agieren
  • Das Selbstvertrauen wurde gestärkt und ein positives Selbstwertgefühl konnte sich entwickeln
  • Stressreduktion erfolge bei Menschen jeden Alters in der Gruppe und der Einzelfallhilfe – Beruhigung und Entspannung waren die Folge
  • Aufhebung von sozialer Isolation und Einsamkeit wirkte antidepressiv – eine individuelle Beziehung, die natürlichen Körperkontakt zuließ, konnte erlebt werden
  • Bereitschaft zur körperlichen Bewerbung stieg erheblich – die Grob- und Feinmotorik wurde dadurch aktiviert, und darüber hinaus wurden geistige und sprachliche Fähigkeiten gefordert und trainiert
  • Soziale Interaktionen verstärkten sich und die Bereitschaft zur Kommunikation nahm zu
    (Röger-Lakenbrink, 2011, 88)

Weitere Faktoren:

  • Der körperliche Kontakt mit dem Tier löst Verhärtungen; angstfreie Zärtlichkeit öffnet den Weg zur psychischen Sensibilität
  • Tiere wollen umworben werden. Sie biedern sich nicht an wie viele Erzieher. Umso stärker wirkt die Erfahrung gewonnener Zuneigung
  • Tiere vermitteln Verantwortungsgefühl gegenüber schwächeren Wesen
  • Tiere vermitteln Erfolgserlebnisse
  • Tier ist geduldig und erzieht zur Geduld
  • Tier sendet keine Signale der Ablehnung aus
    (Greiffenhagen/Buck-Werner, 2012, 196)

Es geht nicht darum, Menschen durch den Hund zu ersetzen. Tiere ergänzen die Arbeit der menschlichen Therapeuten um die folgenden beiden Aspekte: Zum einen können menschliche Betreuer und Helfer erst oft im Umweg über das Tier Kontakt zu ihren Patienten aufnehmen, der dann auch „herkömmliche“ Therapien zulässt; zum anderen sorgt das Tier für eine emotionale und körperliche Nähe, die ein menschlicher Arzt oder Pfleger kaum herstellen kann.
(Greiffenhagen/Buck-Werner, 2012, 112)